Unser Wahlprogramm

Dafür setzen wir uns ein

Die Liste eurer Fachschaften befasst sich nicht nur mit einzelnen Spezialthemen, sondern mit allen Themen, die das Studium in irgendeiner Weise betreffen – von Berufungen der Professor*innen, Studiensatzungen und der generellen Qualität der Lehre über die Vergabe von Studienzuschüssen und die Kommunikation mit dem Studentenwerk (das beispielsweise für die Mensen zuständig ist) bis hin zur Einrichtung von Lernräumen und der Steigerung studentischer Mobilität.

Corona: the good, the bad the ugly

Die Prüfungsphase im digitalen Semester bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. Das Lernen Zuhause ist nicht immer und für alle Studierenden möglich. Wir setzen uns dafür ein, dass die Lernräume an der TUM zur Prüfungsvorbereitung und auch für Onlineklausuren zur Verfügung gestellt werden.

Die aktuell eingesetzten Plattformen wie Zoom und Proctorio sind für einige Studierende beispielsweise aus Gründen des Datenschutzes äußerst bedenklich. Hier wirken wir darauf hin, echte Alternativen zu etablieren. Die digitale Lehre wurde in diesem Sommersemester gezwungenermaßen stark vorangetrieben. Für die Zukunft soll die Reichhaltigkeit dieser Formate, neben den essenziellen Präsenzbetrieb, erhalten und optimiert werden. Für diese Aufgabe bedarf es großer Ressourcen und Kompetenzen. Wir setzen uns dafür ein, diese zu erweitern.

Der Präsenzbetrieb stellt die Seele unseres Miteinanders dar. Die Rückkehr zu diesem muss baldmöglichst mittels eines geeigneten Konzeptes geschehen. Selbst in einem digitalen Wintersemester gilt es, dieses Ziel zu verfolgen. Die Zeit kann genutzt werden, um stufenweise wieder ein Leben für alle Studierenden am Campus zu ermöglichen.

Extracurricula – für das Leben rund um die Lehrveranstaltungen

Neben dem fachlichen Studium in Vorlesungen und Übungen sollte auch das Leben rund um das Studium attraktiv und angebotsreich gestaltet sein. Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von Seminaren des Munich Center for Technology in Society oder Sprachkursen im Sprachenzentrum müssen ausgebaut werden. Dabei ist nicht nur ein Ausbau der Kapazität, sondern auch eine Erweiterung des bestehenden Angebots notwendig.

Um die nötige Energie für das Studium aufbringen zu können, muss das Essen in den Mensen an den Campus der TUM besser und vielfältiger werden. Das Angebot an vegetarischen sowie veganen Gerichten muss erweitert werden. Dabei sprechen wir uns ausdrücklich für den Erhalt des 1€-Gerichts aus, damit sich alle Studierenden ein warmes Mittagessen leisten können. Wir werden uns entschieden gegen weitere Preiserhöhungen und für Preissenkungen in der Mensa engagieren.

Mit der geplanten Eröffnung des Galileos und dem damit verbundenen, leider bereits beschlossenem Wegzug der Imbissbuden, gilt es ein vielschichtiges und erschwingliches Essensangebot sicherzustellen. Dies gilt nicht nur für den Campus Garching auch am WZW muss dieser Standard über 2021 hinaus erhalten werden.

Um mehr Leben auf den Campus in Garching zu bringen, muss ein Studierendenwohnheim in unmittelbarer Nähe gebaut werden. Hier bieten sich mit der sich aktuell in der Planung befindlichen Kommunikationszone in Garching, dem Gelände westlich der B13 sowie mit Dietersheim gleich drei passende Orte an.

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass an allen Standorten der TUM ein zeitgemäßes, einheitliches und preiswertes Druckermanagement für alle Studierenden etabliert wird.

Gleichberechtigung

Zum absoluten Standard gehört eine praxistaugliche Barrierefreiheit. Das ist Voraussetzung für eine ernsthafte Umsetzung des Menschenrechts auf Barrierefreiheit. Der Zugang zu allen Bereichen muss ohne große Umwege möglich sein.

Das Diversity-Leitbild der TUM muss in der Personalstruktur verankert werden. Bei gleicher Eignung sollen benachteiligte Menschen bevorzugt werden.

Die Vereinbarkeit von Studium und Familie liegt uns besonders am Herzen. Studiengänge müssen für Eltern studierbar sein. Hier müssen Wege geschaffen und ausgebaut werden um Mütter und Väter, welche nicht Vollzeit studieren können, ein Studium zu ermöglichen.

Frauenförderung

Mentoringprogramme und Karriereförderung soll verstärkt, ausgebaut und besser beworben werden.

Mentale Gesundheit der Studierenden

Wir unterstützen TUM4Health!

Gerade im digitalen Semester stellen psychische Probleme eine Herausforderung dar. Wir wollen Angebote gegen Vereinsamung und die Folgen des social distancing fördern.

#mehrSport#zhs#WorkLifeSleepBalance

Mobilität – mit dem Bus, der Bahn oder dem Rad in die Vorlesung

Die TUM hat inzwischen sechs verschiedene Standorte. Diese sind nicht alle gut erreichbar. In Garching wollen wir uns für den 5-Minuten Takt der U6 zu Stoßzeiten sowie eine bessere Busanbindung der Orte zwischen Garching und Freising stark machen. Zusätzlich wollen wir in Gesprächen mit der MVG den bis jetzt in Kieferngarten endenden Nachtbus nach Garching verlängern. Auch der neue Campus in Ottobrunn muss zwingend an die Stadt München im Allgemeinen und den Campus Garching im Speziellen angebunden werden. Wir fordern kurzfristig einen dichteren Takt der Busse nach Ottobrunn und mittelfristig einen Ausbau der U-Bahn zum neuen Campus. Außerdem fordern wir eine Direktverbindung per Bus zwischen den Campus Garching und Ottobrunn.

Das Semesterticket muss dabei erschwinglich bleiben. Wir begrüßen die aktuelle Entwicklung um das 365€-Ticket und fordern dieses auch für Studierende.

Gleichzeitig gilt es, emissionslose Mobilität zu fördern. Wir wollen deshalb weitere MVG-Räder an die Standorte wie beispielsweise Freising und Ottobrunn bringen sowie einen Ausbau der Fahrradstellplätze an allen Campus anregen.

Studienwerte Studienbedingungen – eine Universität, die eine Baustelle ist, ist eben keine Universität

Überfüllte Bibliotheken, fallende Tafeln (vgl. https://youtu.be/NOtLb34Osl0) oder fehlende Steckdosen. Wenn infrastrukturelle Defizite unser Studium unnötig erschweren, dann muss schnell gehandelt werden. Deswegen setzen wir uns für die Verbesserung der Studienbedingungen ein, beispielsweise, indem wir mit den StudiTUM-Häusern den Lernraummangel bekämpfen.

Doch die Häuser am Stammgelände, in Garching und in Weihenstephan sowie am Klinikum rechts der Isar sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Um die Zahl der Lernplätze weiter zu steigern, fordern wir die Öffnung von nicht benutzten Seminarräumen für alle Studierende. Alle Lernräume sollen mit dem IRIS-Raummanagementsystem erfasst und dementsprechend bekannt gemacht werden. Zudem wollen wir uns für eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Bibliotheken einsetzen, vor allem am Wochenende sowie während der Prüfungsphasen.

Neben Lernplätzen müssen auch die Lehrplätze, die Hörsäle, besser ausgestattet werden. Wir fordern mehr Steckdosen in den Hörsälen, vor allem wenn diese sowieso renoviert werden. In naher Zukunft betrifft das beispielsweise den Carl-von-Linde Hörsaal in der Innenstadt, den Neubau des ZHG in Weihenstephan sowie einige weitere Hörsäle. Um die Dozierenden verstehen zu können, muss auch die Qualität der Mikrophone verbessert werden sowie der Ausbau von Induktionsschleifen für Hörgeräte mitbedacht werden.

Als trauriger Missstand zeigt sich der Zustand sanitärer Einrichtungen.  Es sollte zum allgemeinen Standard gehören, dass in den Toilettenkabinen Entsorgungsmöglichkeiten angebracht sind. Es muss eine Bezugsmöglichkeit von Hygieneartikeln in den Sanitärräumen geben, vor allem wenn Einkaufmöglichkeiten vor Ort nicht gegeben sind.

Hier handelt es sich in unseren Augen um eine absolute Grundversorgung. Wir wollen diesen Zustand so nicht weiter akzeptieren und setzten uns für eine Änderung dessen ein.

Den eigenen Horizont erweitern

In einigen Fällen sind frei wählbare ECTS nicht durch entsprechende Module frei zu wählen. Dies ist beispielsweise bei Angeboten der Hochschule für Philosophie der Fall, hier werden die Leistungen nicht an allen Fakultäten problemlos anerkannt. Das Portfolio unserer Absolventen wird durch diese Highlights abgerundet, dass uns hier Steine in den Weg gelegt werden können wir nicht tolerieren. Diese Module müssen einfach zugänglich sein und entsprechend anerkannt werden.

Qualitativ gute Studiengänge – für mehr Digitalisierung und ansprechende Lehre

Ein Studium lebt von guter Lehre. Damit unsere Vorlesungen packender gestaltet werden können, wollen wir uns in Zusammenarbeit mit ProLehre für neue, interaktivere Lehrformate und Schulungen der Dozierenden einsetzen. Dabei wollen wir auch Lehrevaluationen als Mittel zur Verbesserung der Lehre nutzen. Wir wollen außerdem, dass die Lehrevaluationen den Studierenden zugänglich gemacht werden.

Die Studiengänge müssen studierbar, flexibel und barrierefrei gestaltet werden. Besonders achten wir auf einen angemessenen Arbeits- und Prüfungsaufwand und hinterfragen, ob der Meinung der Studierenden genug Sorge getragen wurde.

Im 21. Jahrhundert muss die Lehre an der TUM zukunftsweisend gestaltet werden. E-Learning darf nicht bei Moodle aufhören. Den Einsatz von zukunftsgerichteten Lehrformaten wie „Inverted Classroom“, Video-FAQs und Abstimmungskonzepte wie Tweedback, Pingo oder Slido wollen wir bei beispielhaften, zielgruppenorientierten Lehrveranstaltungen fördern und fordern.

Da es in der Vergangenheit oft zu Missverständnissen und Unterschieden in Prüfungseinsichten kam, fordern wir eine klare und verbindliche Regelung, die von allen Dozierenden eingehalten wird. Dabei soll die „Empfehlung zu Prüfungseinsichten“, die als Dokument bereits besteht, nochmals betont werden. Das bedeutet beispielsweise, dass bei euren nächsten Einsichten eine Musterlösung und ein Notenschlüssel bereitliegen.

Um euch genügend Zeit sowie die nötigen Hilfsmittel zum Nachvollziehen eurer Fehler zu ermöglichen, fordern wir die TUM-weite Einführung von Online-Einsichten.

Chancengleichheit – für faire und transparente Zulassungsbedingungen.

Das Studium an der TUM muss allen offenstehen! Im Gegensatz zu anderen Listen fordern wir, dass es (abgesehen von dem Semesterbeitrag) kostenfrei für alle Studierenden bleibt, an der TUM zu studieren, egal woher sie kommen.

Um herausfinden zu können, wer für das Studium an der TUM geeignet ist, fordern wir faire Zulassungsbedingungen in Eignungsfeststellungsverfahren. Es muss transparent eine angemessene Zahl Studierender zugelassen werden. Dazu müssen neben der Hochschulzugangsberechtigung auch Kriterien wie fachliches sowie soziales Engagement und Interesse einfließen. Auf keinen Fall darf die Zahl der Studierenden die infrastrukturellen Grenzen überschreiten, wie es derzeit in der Informatik der Fall ist.

Nachhaltigkeit – für eine Verankerung auf allen Ebenen

Als Institution, die sich selbst als innovativ und zukunftsgerichtet versteht, hat die TUM nicht nur große Spielräume, sondern auch die Verantwortung, Nachhaltigkeit zu fördern. Wir fordern von unserer Universität, dass sie diese Verantwortung ernst nimmt und im nächsten Jahr konkrete Maßnahmen ergreift, um adäquat auf die Klimakrise zu reagieren. An früherer Stelle haben wir bereits auf die Wichtigkeit eines größeren vegetarischen und veganen Essensangebots in den Mensen und den Stellenwert von ÖPNV und Radverkehr hingewiesen. Wir wollen uns zudem für eine stärkere Mülltrennung sowie für die Senkung des Papiertuchverbrauchs durch nachhaltigere Alternativen einsetzen.

Gleichzeitig muss sich auch die Lehre anpassen. Nicht nur im Angebot des Munich Center for Technology in Society und in ausgewählten Ergänzungsfächern muss es Module geben, die auf nachhaltige Entwicklungen eingehen – gerade in den anwendungsorientierten Fakultäten besteht hier noch ein großer Aufholbedarf. Wir befürworten Projekte, bei denen Studierende selbst umweltfreundliche Lösungen für ihren Campus erarbeiten können, wie es beispielsweise schon beim Bau von Photovoltaik-Anlagen am Campus Garching passiert. Gerade im Rahmen von Forschungsarbeiten und Hochschulpraktika bietet sich dies besonders an. Wir fordern außerdem, dass die TUM evaluiert, inwiefern sie selbst zum Klimawandel beiträgt und wo wir effektiv etwas ändern können – und fordern deswegen, dass im Stil der ETH Zürich ein Nachhaltigkeitsbericht als Arbeitsgrundlage für konkrete Handlungen erstellt wird. Dafür setzen wir uns ein. Wir möchten, dass Nachhaltigkeit im Baubereich und dem Ressourcenmanagement der TUM stärker berücksichtigt wird. Zuallerletzt fordern wir, dass ökologische Nachhaltigkeit in der Personalstruktur verankert ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass die TUM nicht nur einzelne Projekte, sondern langfristig eine tatsächliche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt.